Der berühmte FFF-Leitsatz des Bildhauers Horatio Greenough aus dem Jahr 1852 hat auch in einer digitalisierten Welt unverändert Gültigkeit. Jede Webdesign-Agentur sollte ihn als Wandtattoo verwenden, damit ihn alle Mitarbeitenden stets vor Augen haben. Vor allem die auf einer Webseite verwendete Schrift ist ein Punkt, der Beachtung verdient. Eine unattraktive, schlecht lesbare Schrift bedeutet Besucherverluste.

Websichere Schriftarten verwenden

Jeder Nutzer einer Website soll genau das sehen, was sich der Designer vorgestellt hat. Das kann vor allem bei responsiven Webdesigns zum Problem werden, wenn Inhalte automatisch auf das verwendete Endgerät – PC, Tablet oder Smartphone – angepasst werden. Die originellste Schrift nützt nichts, wenn der Browser des Betrachters sie nicht kennt und durch eine andere, mehr oder weniger ähnliche Type ersetzt. Websicheres Programmieren muss nicht immer Arial oder Times New Roman bedeuten. Auch Georgia, Tahoma und Verdana sind beliebte websichere Schriftarten. Google Fonts hat über achthundert kostenlose Schriften in seiner Bibliothek, die als Webservice zur Verfügung steht. Auf solche Schriften sollten Unternehmen nicht erst bei der Webentwicklung achten, sondern bereits vorher bei der Definition eines Corporate Designs bzw. von Brand Guidelines.

Nicht zu groß, nicht zu klein

Die richtige Schriftgröße ist abhängig von der Schriftart. Serifen – das sind die kleinen Verzierungen an den Linienenden der Buchstaben, zum Beispiel bei Times New Roman – erleichtern zwar das Verfolgen einer Zeile mit den Augen, gelten aber generell als schlechter leserlich und sollten deshalb etwas größer sein als serifenlose Schriften wie Arial. Eine sinnvolle Kombination ist der Einsatz einer schönen Schriftart mit Serifen für Überschriften, die ohnehin etwas größer dargestellt werden, und einer serifenlosen Schrift für die Abschnitte mit längerem Text. Zwischenüberschriften sind wichtig, um den Text zu strukturieren und einen roten Faden zu schaffen. Nutzen Sie hierzu in HTML die von Suchmaschinen bevorzugten Gliederungsebenen H1 bis H3. Eine Schriftgröße von 16 Punkt für den eigentlichen Text ist eine gute Ausgangsbasis des Webdesigns. Je nach Schriftart muss man hier ein wenig variieren, um den besten Kompromiss zwischen Lesbarkeit, Unterbringen aller gewünschten Inhalte und erschlagend großen Lettern zu finden. Zwei oder maximal drei Schriften (eine weitere für ein Logo) sind dann aber auch genug, sonst wird das Webdesign zu unruhig.

Kontrastreiches Farbschema

Damit eine Webseite als barrierefrei oder zumindest barrierearm gilt, muss ein genügend großer Kontrast zwischen Hintergrund und Schriftfarbe entstehen. In der Arbeitsmedizin wird eine dunkle Schrift auf hellem Hintergrund als augenfreundlicher im Vergleich zur umgekehrten Lösung angesehen. Das gilt vor allem, wenn der Blick oft zwischen Bildschirm und Papierdokumenten wechseln muss. Ein reines Weiß als Hintergrund und echtes Schwarz als Schriftfarbe ist aber möglicherweise zu aufdringlich. Je nach ausgewählter Bilderwelt funktionieren kontrastreiche Graustufen oder eine Kombination aus Beige und Braun sehr gut.

Image Credit: Woman photo created by onlyyouqj – www.freepik.com